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Stripe Tax und DATEV: Steuersätze richtig buchen

Stripe Tax rechnet den richtigen Steuersatz auf die Rechnung. In DATEV muss daraus das richtige Erlöskonto werden: Inland auf die Automatikkonten, Reverse Charge auf steuerfreie Konten mit USt-IdNr., OSS getrennt vom deutschen Umsatz, Drittland als nicht steuerbar.

Lesezeit etwa 7 Minuten · Stand: 08.11.2026

Kurz gesagt

Stripe Tax entscheidet je Rechnung, welcher Steuersatz gilt — anhand deiner Registrierungen, des Kundenlandes, des Produktsteuercodes und ob der Kunde eine USt-IdNr. hat. Für DATEV übersetzt du diese Entscheidung in ein Erlöskonto: 19 % und 7 % auf die Automatikkonten 8400/4400 und 8300/4300, Reverse Charge auf 8336/4336 bzw. 8125/4125, Drittland auf 8338/4338 bzw. 8120/4120 und OSS auf eigene Konten je Land.

Die häufigsten Fehler entstehen, wenn alles auf 8400 landet. Ein Steuer-Check vor dem Export fängt genau diese Fälle ab.

Was Stripe Tax macht — und was nicht

Stripe Tax berechnet die Umsatzsteuer für eine Transaktion aus mehreren Angaben: dem Standort deines Unternehmens, den Steuerregistrierungen, die du in Stripe hinterlegt hast, dem Standort des Kunden, der Art des Produkts (Produktsteuercode) und dem Status des Kunden — Privatperson oder umsatzsteuerlich registriertes Unternehmen. Das Ergebnis steht als Steuersatz und Steuerbetrag an jeder Rechnungsposition.

Was Stripe Tax nicht tut: deine Buchhaltung führen. Die Steuer ist berechnet, aber noch nicht verbucht und noch nicht erklärt. Stripe stellt Exporte der Steuertransaktionen bereit; die deutsche Voranmeldung, die Zusammenfassende Meldung und die OSS-Meldung bleiben deine Aufgabe bzw. die deiner Kanzlei. Und Stripe Tax erhebt Steuer nur in Ländern, für die du eine Registrierung hinterlegt hast — die Pflege dieser Einstellungen ist entscheidend.

Von der Stripe-Rechnung zum DATEV-Konto

Jeder Fall, den Stripe Tax auf eine Rechnung schreibt, braucht ein eigenes Ziel in DATEV. Beispiel — deine Kanzlei legt fest, welche Konten in deinem Kontenrahmen gelten.

FallAuf der Stripe-RechnungSKR03SKR04Steuer in DATEV
Inland 19 %Steuersatz 19 %, Kunde in DE84004400Automatikkonto, kein BU-Schlüssel
Inland 7 %Steuersatz 7 %, Kunde in DE83004300Automatikkonto, kein BU-Schlüssel
EU-B2B sonstige Leistung0 %, Reverse Charge, USt-IdNr. am Kunden833643360 %, USt-IdNr. in EXTF-Feld 40, ZM
EU-B2B Warenlieferung0 %, USt-IdNr. am Kunden, Versand ins EU-Ausland81254125steuerfrei (§ 4 Nr. 1b UStG), ZM
EU-B2C über der Schwelle (OSS) — Fernverkauf oder digitale LeistungSatz des Bestimmungslandes, z. B. 20 % (AT)eigene Konten je Landeigene Konten je LandOSS-Meldung, nicht in der deutschen Voranmeldung
EU-B2C unter der Schwelledeutscher Satz (19/7 %)8400 / 83004400 / 4300wie Inland
Drittland sonstige Leistung an Unternehmer0 %, Kunde außerhalb der EU83384338nicht im Inland steuerbar
Ausfuhr Drittland (Ware)0 %, Versand außerhalb der EU81204120steuerfrei (§ 4 Nr. 1a UStG), Ausfuhrnachweis

Die Zahlung selbst läuft wie immer gegen dein Stripe-Verrechnungskonto (1590 im SKR03, 1370 im SKR04). Stripe Tax ändert nur, auf welches Erlöskonto die Gegenbuchung geht — und welche Zusatzinformationen der Buchungssatz braucht.

Inland: 19 % und 7 %

Der einfachste Fall: Kunde in Deutschland, Stripe Tax setzt 19 % oder — bei passendem Produktsteuercode — 7 %. Du buchst brutto auf ein Automatikkonto, 8400/4400 für 19 %, 8300/4300 für 7 %. DATEV spaltet die Steuer selbst ab; einen BU-Schlüssel darfst du auf einem Automatikkonto nicht setzen. Buchst du dagegen auf ein Erlöskonto ohne Automatik, gehört der Schlüssel in den Satz: 3 für 19 %, 2 für 7 %.

Prüfe bei 7 %, ob der Produktsteuercode in Stripe wirklich zur Leistung passt. Stripe Tax rechnet mit dem Code, den du dem Produkt zugewiesen hast — ein falscher Code ergibt einen falschen Satz, den die Buchhaltung dann sauber, aber falsch übernimmt.

EU: Reverse Charge und OSS

Unternehmer im EU-Ausland. Gibt der Kunde eine gültige EU-USt-IdNr. an, behandelt Stripe Tax die Leistung als Reverse Charge und berechnet keine Steuer. Für sonstige Leistungen liegt der Leistungsort beim Kunden (§ 3a Abs. 2 UStG), für Warenlieferungen gilt die Steuerbefreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung (§ 4 Nr. 1b UStG). In DATEV landen sonstige Leistungen auf 8336/4336, Warenlieferungen auf 8125/4125 — beide ohne Steuer-Automatik, mit der USt-IdNr. des Kunden in EXTF-Feld 40 und in der Zusammenfassenden Meldung (§ 18a UStG).

Privatkunden im EU-Ausland. Für Fernverkäufe von Waren und elektronische Dienstleistungen gilt: Solange diese Umsätze über alle EU-Länder zusammen im Vorjahr 10.000 € netto nicht überschritten haben und im laufenden Jahr nicht überschreiten, darfst du deutsche Steuer berechnen; Stripe nennt das die „Option für kleine Handelsunternehmen“ und überwacht die Schwelle für dich. Darüber gilt der Satz des Kundenlandes, und du meldest diese Umsätze über den One-Stop-Shop (§ 18j UStG). Damit Stripe Tax die Sätze des Kundenlandes erhebt, musst du die OSS-Registrierung in Stripe eintragen. Andere sonstige Leistungen an Privatkunden in der EU bleiben in der Regel in Deutschland steuerbar (§ 3a Abs. 1 UStG) — dort gibt es keinen OSS-Fall.

In der Buchhaltung brauchen OSS-Umsätze eine eigene Behandlung: Sie gehören nicht in die deutsche Voranmeldung. Üblich sind Erlöskonten oder Kennzeichnungen je Bestimmungsland und Satz, im EXTF mit Land und Steuersatz in den EU-Feldern. Mehr dazu in „Reverse Charge, OSS und Drittland“.

Drittland

Kunden außerhalb der EU — etwa in der Schweiz, im Vereinigten Königreich oder in den USA — erhalten von Stripe Tax in der Regel 0 % deutsche Steuer, solange du dort keine Registrierung hinterlegt hast. Sonstige Leistungen an Unternehmer sind in Deutschland nicht steuerbar und gehören auf 8338/4338. Warenlieferungen sind als Ausfuhr steuerfrei (§ 4 Nr. 1a UStG) und gehören auf 8120/4120 — mit Ausfuhrnachweis.

Vorsicht bei Privatkunden: Viele sonstige Leistungen an Privatpersonen im Drittland bleiben in Deutschland steuerbar (§ 3a Abs. 1 UStG). Nicht steuerbar sind dort vor allem die Katalogleistungen nach § 3a Abs. 4 UStG (etwa Beratung oder Softwareüberlassung) und elektronische Dienstleistungen (§ 3a Abs. 5 UStG). Prüfe, ob Stripe Tax für deinen Produktsteuercode den richtigen Satz ansetzt.

Bei digitalen Leistungen an Privatkunden im Drittland verlangen manche Länder eine eigene Registrierung. Ob das für dich gilt, klärst du mit deiner Kanzlei, bevor der erste Umsatz läuft; Stripe zeigt dir im Bereich Schwellenwerte, wo Pflichten entstehen können.

Typische Fehler

  • Alles auf 8400 buchen, weil „Stripe Tax ja gerechnet hat“. Ein österreichischer Privatkunde mit 20 % auf der Rechnung auf dem deutschen 19-%-Konto ergibt eine falsche Voranmeldung und eine fehlende OSS-Meldung.
  • Bruttobetrag mit falschem Satz zerlegen. Wer einen 20-%-Umsatz auf ein 19-%-Automatikkonto bucht, lässt DATEV die Steuer mit 19 % herausrechnen — Netto und Steuer stimmen dann beide nicht mehr mit dem Beleg überein.
  • Reverse Charge ohne USt-IdNr. Stripe Tax behandelt einen Kunden als Reverse-Charge-Fall, wenn er eine gültige USt-IdNr. angibt — oder wenn du es per Überschreibung erzwingst. Fehlt die Nummer am Kunden, fehlt auch dein Nachweis für die Zusammenfassende Meldung.
  • Registrierungen in Stripe nicht pflegen. Stripe Tax erhebt Steuer nur dort, wo du eine Registrierung hinterlegt hast. Wer die 10.000-€-Schwelle überschreitet und die OSS-Registrierung nicht in Stripe einträgt, berechnet weiter den falschen Satz.
  • Zahlungen ohne Rechnung übersehen. Ohne Rechnung fehlt die Steuerinformation des Belegs. Solche Zahlungen landen schnell still auf dem Standardsatz.

Was Exportly daraus macht

Der Steuer-Check von Exportly prüft vor jedem Export die beleg-echte Steuerkategorie jeder Zahlung. Was nicht sicher ist, wird geparkt und gemeldet — nie still auf 19 % gebucht.

  • Vier Kategorien, jede mit eigenem Konto: Inland (8400/8300 bzw. 4400/4300), Reverse Charge (8125 oder 8336 bzw. 4125 oder 4336, je nach Leistungsart), Ausfuhr Drittland (8120/4120) und OSS.
  • OSS-Fälle gehen auf dein OSS-Erlöskonto, wenn du eines hinterlegt hast — sonst auf ein Auffangkonto mit Warnung, damit sie gemeldet und nachkontiert werden.
  • Reverse Charge ohne USt-IdNr., Zahlungen ohne Rechnung und unbekannte Sätze werden als Prüfpunkt ausgewiesen.
  • Die USt-IdNr. des Kunden steht bei Reverse-Charge-Buchungen in EXTF-Feld 40.

14 Tage oder 100 Transaktionen kostenlos — danach ab 19 € im Monat. Alle Preise netto zzgl. 19 % USt.

Alle Beträge sind Beispiele; welche Konten und Steuerschlüssel für dich gelten, legt deine Kanzlei fest. Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Stand: 08.11.2026.

Häufige Fragen zu Stripe Tax und DATEV

Ersetzt Stripe Tax die Umsatzsteuer-Voranmeldung?

Nein. Stripe Tax berechnet und erhebt die Steuer auf deinen Rechnungen und stellt Exporte der Steuertransaktionen bereit. Deine deutsche Voranmeldung und die OSS-Meldung gibst du weiterhin selbst bzw. über deine Kanzlei ab; für einige Länder bietet Stripe die Abgabe über Partner an.

Welches Konto nehme ich für OSS-Umsätze?

OSS-Umsätze gehören nicht auf die deutschen Erlöskonten, weil sie nicht in die deutsche Voranmeldung, sondern in die OSS-Meldung beim Bundeszentralamt für Steuern gehören (§ 18j UStG). Üblich sind eigene Erlöskonten oder Kennzeichnungen je Bestimmungsland und Satz, in EXTF mit Land und Steuersatz in den EU-Feldern. Welche Konten das sind, legt deine Kanzlei fest.

Muss ich auf Reverse-Charge-Erlöse einen BU-Schlüssel setzen?

Die Konten für steuerfreie Leistungen an EU-Unternehmer (SKR03 8336, SKR04 4336) und innergemeinschaftliche Lieferungen (8125/4125) haben keine Umsatzsteuer-Automatik mit 19 oder 7 %. Wichtig ist die USt-IdNr. des Kunden im EXTF-Feld 40, damit die Zusammenfassende Meldung vollständig ist.

Was ist die 10.000-€-Schwelle?

Haben deine innergemeinschaftlichen Fernverkäufe und elektronischen Dienstleistungen an Privatkunden in anderen EU-Ländern im vorangegangenen Kalenderjahr insgesamt 10.000 € netto nicht überschritten und überschreiten sie diesen Betrag auch im laufenden Jahr nicht, darfst du weiter deutsche Umsatzsteuer berechnen (§ 3c Abs. 4, § 3a Abs. 5 UStG). Stripe nennt das die „Option für kleine Handelsunternehmen“ und überwacht die Schwelle, wenn du sie bei deiner Registrierung auswählst. Darüber gilt der Satz des Kundenlandes.

Woran erkenne ich in Stripe, welcher Fall vorliegt?

An drei Merkmalen: dem Steuersatz an der Rechnungsposition, dem Land des Kunden und ob am Kunden eine gültige USt-IdNr. hinterlegt ist. Ein Satz ungleich 19 oder 7 % bei einem EU-Kunden ist fast immer ein OSS-Fall, 0 % mit USt-IdNr. ein Reverse-Charge-Fall.

Bucht Exportly OSS-Umsätze automatisch?

Nur nach deiner Vorgabe. Der Steuer-Check erkennt OSS-Fälle am Beleg. Hast du in den Einstellungen ein OSS-Erlöskonto hinterlegt, bucht Exportly den Umsatz dorthin und gibt Bestimmungsland und Steuersatz in den EXTF-Feldern 40 und 41 mit. Ohne dieses Konto parkt Exportly den Umsatz auf einem Auffangkonto und meldet ihn, damit er nachkontiert wird. Nie wird ein solcher Umsatz still auf 19 % gebucht.