Stripe-Gebühren buchen: Konten, Reverse Charge, Beispiele
Stripe-Gebühren kommen aus Irland, ohne Umsatzsteuer und direkt vom Guthaben abgezogen. Du buchst sie als Aufwand auf „Nebenkosten des Geldverkehrs“. In der Praxis meldet man die Steuer meist selbst nach § 13b UStG — bei vollem Vorsteuerabzug ohne Zahllast; die Einordnung legt deine Kanzlei fest.

Kurz gesagt
Stripe-Gebühren sind eine Leistung von Stripe Payments Europe Ltd. aus Irland, abgerechnet ohne Umsatzsteuer. Verbreitet ist die Behandlung nach § 13b UStG: Die Umsatzsteuer schuldest du als Empfänger und ziehst sie zugleich als Vorsteuer ab. Ob reine Zahlungsabwicklung stattdessen steuerfrei ist (§ 4 Nr. 8 Buchst. d UStG), ist nicht abschließend geklärt — das entscheidet deine Kanzlei. Gebucht wird jede Gebühr auf 4970 (SKR03) bzw. 6855 (SKR04) gegen dein Stripe-Verrechnungskonto, beim § 13b-Weg mit Steuerschlüssel oder über das Automatikkonto 3123 bzw. 5923.
Weil Stripe die Gebühr vom Guthaben abzieht, fließt sie nie über die Bank. Sie gehört deshalb ins Verrechnungskonto, nicht in den Kontoauszug — und die monatliche Gebührenrechnung aus dem Stripe-Dashboard ist dein Beleg dafür.
§ 13b oder steuerfrei?
Wenn du als Unternehmen in Deutschland Stripe nutzt, ist dein Vertragspartner in der Regel Stripe Payments Europe Ltd. mit Sitz in Dublin. Prüf das einmal in deinen Stripe-Rechnungen: Dort steht, welche Gesellschaft abrechnet. Die Gebühren für Zahlungsabwicklung, Disputes oder Zusatzprodukte sind Leistungen dieses irischen Unternehmers an dich. Laut Stripe berechnet es europäischen Kontoinhabern — außer in Irland, Norwegen, der Schweiz, Liechtenstein und den VAE — keine Umsatzsteuer und empfiehlt, die Frage einer Selbstveranlagung mit der Steuerberatung zu klären.
Der verbreitete Weg: § 13b. Für sonstige Leistungen an Unternehmer liegt der Leistungsort dort, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt (§ 3a Abs. 2 UStG) — also bei dir in Deutschland. Erbringt ein im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässiger Unternehmer eine steuerpflichtige Leistung, schuldet nach § 13b Abs. 1 und Abs. 5 UStG der Leistungsempfänger die Steuer. Du berechnest dann auf die Gebühr 19 % Umsatzsteuer und meldest sie als Leistung eines EU-Unternehmers (Kennzahlen 46 und 47); bist du zum Vorsteuerabzug berechtigt, ziehst du denselben Betrag in Kennzahl 67 wieder ab. Die Zahllast ändert sich nicht, die Erklärung aber schon. Kleinunternehmer schulden die Steuer nach § 13b ebenfalls, können sie aber nicht als Vorsteuer abziehen.
Die andere Sicht: steuerfrei. Umsätze im Zahlungs- und Überweisungsverkehr sind nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG steuerfrei — und für steuerfreie Leistungen entsteht auch über § 13b keine Steuer. Nach der Rechtsprechung (EuGH, Rs. C-5/17 „DPAS“; BFH, Urteil vom 10.12.2020, V R 4/19) gilt die Befreiung aber nur, wenn die Leistung die spezifischen und wesentlichen Funktionen einer Zahlung erfüllt; rein technische Unterstützung genügt nicht. Ob die Transaktionsgebühren von Stripe darunter fallen, ist nicht abschließend geklärt. Für Zusatzprodukte wie Stripe Tax, Billing oder Radar liegt die Befreiung fern.
Für dich heißt das: Lass die Einordnung einmal von deiner Kanzlei festlegen, dokumentiere sie und wende sie einheitlich an. Die folgenden Abschnitte zeigen den verbreiteten § 13b-Weg, den auch Exportly abbildet.
Gebühren werden von der Auszahlung abgezogen
Stripe schickt dir für Gebühren keine Lastschrift. Die Gebühr wird bei jeder Zahlung sofort vom Stripe-Guthaben abgezogen; ausgezahlt wird nur der Rest. Auf dem Kontoauszug siehst du deshalb nie eine Gebühr, sondern nur die Auszahlung — einen Saldo aus vielen Zahlungen minus vielen Gebühren.
Damit Umsatz und Gebühr trotzdem brutto in den Büchern stehen, behandelst du das Stripe-Guthaben wie ein eigenes Geldkonto: Zahlungen gehen ins Soll des Verrechnungskontos (1590 im SKR03, 1370 im SKR04), Gebühren ins Haben, die Auszahlung verlässt das Konto als Geldtransit (1360/1460) und kommt Tage später auf der Bank an. Das Prinzip erklärt „Stripe in DATEV buchen“ ausführlich; die Abstimmung des Verrechnungskontos steht in „Stripe-Auszahlungen abstimmen“.
Wichtig: Stripe behält die Gebühr einer Zahlung in der Regel auch dann, wenn du die Zahlung später erstattest. Die Erstattung mindert den Erlös, die Gebühr bleibt Aufwand. Bei einem Chargeback kommt eine eigene Dispute-Gebühr hinzu — mehr dazu in „Chargebacks buchen“.
Konten und Steuerschlüssel
Für den § 13b-Weg gibt es zwei gängige Varianten mit derselben Wirkung: Gebührenkonto mit § 13b-Steuerschlüssel oder ein § 13b-Automatikkonto. Beispiel — deine Kanzlei legt fest, welcher Weg in deinem Kontenrahmen gilt.
| Was | SKR03 | SKR04 | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Stripe-Gebühren (Aufwand) | 4970 | 6855 | „Nebenkosten des Geldverkehrs“, beim § 13b-Weg mit Steuerschlüssel |
| Alternative: § 13b-Automatikkonto | 3123 | 5923 | „Sonstige Leistungen eines im anderen EU-Land ansässigen Unternehmers 19 % VSt und 19 % USt“ |
| Umsatzsteuer nach § 13b | 1787 | 3837 | wird von DATEV über Schlüssel bzw. Automatik bebucht |
| Vorsteuer nach § 13b | 1577 | 1407 | wird von DATEV über Schlüssel bzw. Automatik bebucht |
| Verrechnungskonto Stripe | 1590 | 1370 | Gegenkonto jeder Gebühr — Stripe zieht sie vom Guthaben ab |
| Geldtransit | 1360 | 1460 | Auszahlung unterwegs zur Bank |
Beim ersten Weg bleibt die Gebühr auf dem vertrauten Aufwandskonto 4970 bzw. 6855, und der Steuerschlüssel erzeugt die Umsatzsteuer und die Vorsteuer nach § 13b. DATEV führt dafür unter anderem den Schlüssel 94 („19 % Vorsteuer und 19 % Umsatzsteuer“ für Sachverhalte nach § 13b UStG). Beim zweiten Weg buchst du auf ein Konto, das diese Funktion bereits fest eingebaut hat — dann ohne zusätzlichen Schlüssel. Beides landet in denselben Kennzahlen der Voranmeldung. Welche Schlüsselnummer in deinem DATEV-Mandanten gilt, prüft die Kanzlei anhand der aktuellen Steuerschlüsseltabelle. Wird die Gebühr als steuerfrei eingeordnet, bucht man sie ohne Schlüssel auf das Gebührenkonto.
Buchungsbeispiel
Beispieldaten, gezeigt für den verbreiteten § 13b-Weg: Ein Kunde zahlt 119,00 € (19 %). Die Gebühr beträgt im Beispiel 1,92 € (Beispielwert — deine tatsächlichen Konditionen stehen in deinem Stripe-Vertrag bzw. auf der Preisseite). Stripe zahlt 117,08 € aus.
| Vorgang | Soll | Haben | Betrag | BU |
|---|---|---|---|---|
| Zahlung des Kunden (19 %) | 1590 (1370) | 8400 (4400) | 119,00 € | — |
| Stripe-Gebühr zur Zahlung | 4970 (6855) | 1590 (1370) | 1,92 € | 94* |
| Auszahlung an die Bank | 1360 (1460) | 1590 (1370) | 117,08 € | — |
| Bankeingang der Auszahlung | 1200 (1800) | 1360 (1460) | 117,08 € | — |
Konten SKR03, SKR04 in Klammern. * BU 94 = § 13b-Schlüssel auf dem Gebührenkonto, wie Exportly ihn setzt. Mit dem Automatikkonto 3123/5923 entfällt der Schlüssel; ordnet die Kanzlei die Gebühr als steuerfrei ein, ebenfalls.
Was DATEV daraus macht: Auf 4970 bzw. 6855 stehen 1,92 € Aufwand. Zusätzlich bucht der Schlüssel 0,36 € Umsatzsteuer nach § 13b (1787/3837) und 0,36 € Vorsteuer nach § 13b (1577/1407). In der Voranmeldung erscheinen die Bemessungsgrundlage in Kennzahl 46 (dort in vollen Euro), 0,36 € Steuer in Kennzahl 47 und 0,36 € Vorsteuer in Kennzahl 67. Das Verrechnungskonto geht auf null: 119,00 € im Soll, 1,92 € und 117,08 € im Haben.
Die monatliche Gebührenrechnung
Stripe stellt für die Gebühren eines Monats eine Steuerrechnung aus (im Dashboard als Tax Invoice oder Monatsabrechnung bezeichnet). Du findest sie im Stripe-Dashboard im Bereich Dokumente der Einstellungen. Sie listet die Gebühren des Monats und die darauf berechneten Steuern — für deutsche Kontoinhaber ohne Umsatzsteuer. Welche Hinweise sie genau trägt, siehst du auf deiner eigenen Rechnung.
Diese Rechnung ist der Beleg für deinen Gebührenaufwand und — beim § 13b-Weg — für die Meldung in der Voranmeldung. Lade sie jeden Monat herunter und leg sie zu den Buchungen — die GoBD verlangen, dass jede Buchung auf einen Beleg zurückführbar ist. Hinterlege außerdem in den Stripe-Einstellungen deine USt-IdNr., damit Stripe dich als Unternehmer erkennt und die Rechnung korrekt ausstellt.
Ein Detail für die Abstimmung: Die Rechnung fasst den Kalendermonat zusammen, die Gebühren im Guthaben entstehen aber Zahlung für Zahlung. Stimmt die Summe deiner Einzelbuchungen nicht genau mit der Rechnung überein, liegt das oft an Gebühren- Erstattungen (etwa bei gewonnenen Disputes) oder an Zusatzprodukten, die getrennt ausgewiesen werden. Kleine Differenzen solltest du erklären können, nicht wegbuchen.
Typische Fehler
- Nur den Auszahlungsbetrag buchen. Dann fehlt die Gebühr als Aufwand, und der Umsatz steht zu niedrig in den Büchern. Das Saldierungsverbot (§ 246 Abs. 2 HGB) verlangt den Bruttoausweis.
- Ohne klare Entscheidung zur Umsatzsteuer buchen. Hat sich die Kanzlei für den § 13b-Weg entschieden, fehlen ohne Schlüssel Bemessungsgrundlage und Steuer in der Voranmeldung — für Regelbesteuerer ohne Zahllast, aber eine unvollständige Erklärung. Wichtig ist, dass die Einordnung einmal festgelegt und dann einheitlich angewendet wird.
- Gebühr mit 19 % Vorsteuer buchen. Stripe weist keine deutsche Umsatzsteuer aus. Wer Vorsteuer aus der Gebühr herausrechnet, zieht Steuer, die auf keiner Rechnung steht.
- Gebühren doppelt erfassen. Wer jede Gebühr aus den Transaktionen bucht und zusätzlich die monatliche Gebührenrechnung, hat den Aufwand zweimal. Eine der beiden Quellen ist der Buchungsweg, die andere der Beleg.
- Alle Zahlungsanbieter ungeprüft gleich behandeln. Die Praxis ordnet die Gebühren je Anbieter unterschiedlich ein: Bei Stripe ist § 13b verbreitet, PayPal-Gebühren werden dagegen meist als steuerfreie Umsätze im Zahlungsverkehr behandelt. Lass die Einordnung für jeden Anbieter von deiner Kanzlei festlegen.
Was Exportly daraus macht
Exportly liest die Guthabenhistorie read-only aus Stripe und bucht jede Gebühr einzeln — mit dem passenden Schlüssel und gegen das Verrechnungskonto der Quelle.
- Jede Stripe-Gebührenzeile landet auf dem Gebührenkonto (Standard 4970 bzw. 6855) mit BU-Schlüssel 94 — auch Dispute-Gebühren und ihre Erstattung.
- Der Schlüssel folgt dem verbreiteten § 13b-Weg und ist derzeit fest eingestellt — weicht deine Kanzlei davon ab, klärt ihr die Anpassung vor dem ersten Export.
- Stripe-Tax-Gebühren haben ein eigenes Konto-Feld und lassen sich getrennt kontieren.
- Vor dem Export prüft die Saldo-Abstimmung, ob das Verrechnungskonto zur Guthabenbewegung in Stripe passt.
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Alle Beträge sind Beispiele; welche Konten und Steuerschlüssel für dich gelten, legt deine Kanzlei fest. Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Stand: 08.11.2026.
Weiterlesen
- Stripe in DATEV buchenDie fünf Bewegungsarten, das Verrechnungskonto und ein durchgerechneter Monat.
- Chargebacks buchenDispute, Dispute-Gebühr, gewonnene und verlorene Fälle mit Buchungssätzen.
- Stripe-Auszahlungen abstimmenWarum Bankeingang und Umsatz nie übereinstimmen — und wie der Nachweis gelingt.
Häufige Fragen zu Stripe-Gebühren
Warum steht auf der Stripe-Rechnung keine Umsatzsteuer?
Deutsche Händler haben ihren Vertrag in der Regel mit Stripe Payments Europe Ltd. in Irland. Laut Stripe berechnet das Unternehmen europäischen Kontoinhabern keine Umsatzsteuer auf seine Gebühren (Ausnahmen: Irland, Norwegen, Schweiz, Liechtenstein, VAE) und überlässt die Frage, ob du die Steuer selbst schuldest, dir und deiner Steuerberatung. In der Praxis wird überwiegend die Steuerschuldnerschaft des Empfängers nach § 13b Abs. 1 und 5 UStG angewendet; vertreten wird auch eine Steuerbefreiung als Umsatz im Zahlungsverkehr (§ 4 Nr. 8 Buchst. d UStG).
Kostet mich die Reverse-Charge-Steuer Geld?
Wendet deine Kanzlei § 13b an und bist du zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt, nicht: Du schuldest die Umsatzsteuer und ziehst denselben Betrag als Vorsteuer ab. Kleinunternehmer schulden die Steuer nach § 13b ebenfalls, dürfen sie aber nicht als Vorsteuer abziehen — für sie ist sie ein echter Kostenfaktor.
Welches Konto nehme ich für Stripe-Gebühren?
Üblich ist „Nebenkosten des Geldverkehrs“, im SKR03 4970 und im SKR04 6855 — beim § 13b-Weg zusammen mit einem § 13b-Steuerschlüssel. Alternativ gibt es Automatikkonten für sonstige Leistungen von EU-Unternehmern (SKR03 3123, SKR04 5923), die USt und Vorsteuer selbst bilden. Ordnet die Kanzlei die Gebühren als steuerfrei ein, entfällt der Schlüssel. Welcher Weg in deinem Mandanten gilt, legt die Kanzlei fest.
Welchen BU-Schlüssel setzt Exportly für Stripe-Gebühren?
Exportly bucht jede Stripe-Gebührenzeile auf das Gebührenkonto mit BU-Schlüssel 94, den DATEV als „19 % Vorsteuer und 19 % Umsatzsteuer“ für Fälle nach § 13b UStG führt — Exportly folgt also dem verbreiteten § 13b-Weg. Das gilt auch für die Dispute-Gebühr und ihre Erstattung. Der Schlüssel ist derzeit fest eingestellt: Behandelt deine Kanzlei Stripe-Gebühren als steuerfrei oder bucht sie über ein § 13b-Automatikkonto, stimmt vor dem ersten Export ab, wie die Gebührenbuchungen in DATEV angepasst werden.
Muss ich jede Gebühr einzeln buchen oder reicht die Monatsrechnung?
Beides ist möglich, solange du nicht doppelt buchst. Einzelbuchungen je Zahlung machen das Verrechnungskonto abstimmbar, weil jede Bewegung im Stripe-Guthaben eine Buchung hat. Die monatliche Gebührenrechnung dient dann als Beleg für die Summe.
Gilt das auch für die Gebühren von Stripe Tax oder Stripe Billing?
Auch diese Gebühren rechnet Stripe in der Regel aus Irland ab. Eine Befreiung als Umsatz im Zahlungsverkehr kommt für solche Zusatzprodukte (Steuerberechnung, Abo-Verwaltung) kaum in Betracht, weil sie keine Zahlung abwickeln — hier liegt § 13b näher. Exportly führt Stripe-Tax-Gebühren auf einem eigenen Konto-Feld, das standardmäßig wie die Zahlungsgebühren auf 4970 bzw. 6855 zeigt, damit du sie bei Bedarf getrennt kontieren kannst.