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Shopify Payments in DATEV buchen: Auszahlungen, Gebühren, Erstattungen

Die Auszahlung von Shopify Payments ist nicht dein Umsatz, sondern ein Rest: Zahlungen minus Gebühren minus Erstattungen minus Rückbuchungen. Buche jede Bewegung einzeln über ein Verrechnungskonto und die Auszahlung als Geldtransit — dann stimmen Erlöse, Umsatzsteuer und Bank.

Lesezeit etwa 6 Minuten · Stand: 08.11.2026

Kurz gesagt

Behandle das Guthaben bei Shopify Payments wie ein eigenes Geldkonto: Bestellungen buchst du brutto gegen ein Verrechnungskonto auf die Erlöse, Gebühren als Nebenkosten des Geldverkehrs, Erstattungen als Erlösminderung und die Auszahlung über den Geldtransit auf die Bank. Die Auszahlungs-CSV aus dem Shopify-Admin liefert dafür Bruttobetrag, Gebühr und Nettobetrag je Transaktion. Bestellungen, die mit PayPal oder auf Rechnung bezahlt wurden, tauchen in diesen Auszahlungen nicht auf — sie brauchen eigene Konten.

Auszahlung ist nicht Umsatz

Bezahlt ein Kunde in deinem Shop mit Karte oder einer anderen Methode über Shopify Payments, landet das Geld zunächst in einem Guthaben bei Shopify Payments. Von dort wird es nach Abzug der Gebühren gesammelt auf dein Bankkonto ausgezahlt. Eine Auszahlung enthält deshalb fast immer mehrere Bestellungen, oft von mehreren Tagen, und ist bereits um Gebühren, Erstattungen und Rückbuchungen gekürzt.

Für die Buchhaltung heißt das dasselbe wie bei Stripe: Aus dem Bankeingang lassen sich weder Umsatz noch Umsatzsteuer ablesen. Der Erlös entsteht mit der Bestellung und richtet sich nach der Rechnung, die Gebühr ist eigener Aufwand. Erlöse und Gebühren gegeneinander zu verrechnen, verbietet das Saldierungsverbot (§ 246 Abs. 2 HGB). Wie das im Detail aussieht, zeigt der Artikel Stripe-Zahlungen in DATEV buchen.

Wer hinter Shopify Payments steht

Shopify Payments ist kein eigenes Zahlungsinstitut. Vertragspartner deutscher Händler ist laut den Shopify-Payments-Nutzungsbedingungen die Shopify International Limited mit Sitz in Irland. Die Zahlungen selbst wickelt ein Zahlungsabwickler ab; für Deutschland nennt Shopify in seiner Liste Stripe Payments Europe, daneben PayPal (Europe) und Adyen. Die Gebühren zieht laut Bedingungen der Zahlungsabwickler im Auftrag von Shopify ein — sie werden direkt von der Auszahlung abgezogen.

Für die Umsatzsteuer auf die Gebühren ist entscheidend, wer leistet und wie die Leistung eingeordnet wird. Bei einem Leistenden aus dem EU-Ausland kommt die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (§ 13b UStG) in Betracht; sind die Gebühren als Umsatz im Zahlungsverkehr steuerfrei (§ 4 Nr. 8 Buchst. d UStG), entsteht keine Steuer. Prüfe mit deiner Kanzlei anhand der Gebührennachweise aus dem Shopify-Admin, welcher Fall vorliegt, und lege den Steuerschlüssel einmal fest.

Die Bewegungen und ihre Konten

Jede Zeile der Auszahlungs-CSV gehört zu einer dieser Bewegungen. Kontenbeispiele wie im Stripe-Artikel: Erlöse 8400/4400, Gebühren 4970/6855, Forderungsverluste 2406/6936, Geldtransit 1360/1460 (SKR03/SKR04).

BewegungWirkung auf das GuthabenBuchung
ZahlungDas Guthaben bei Shopify Payments steigt um den Bruttobetrag der Bestellung.Verrechnungskonto an Erlöse, brutto mit dem Steuersatz der Rechnung
GebührWird bei jeder Zahlung einbehalten und mindert die Auszahlung (Spalte „Fee“).Nebenkosten des Geldverkehrs an Verrechnungskonto
ErstattungMindert das Guthaben um den erstatteten Betrag; bereits gezahlte Gebühren gibt es laut Shopify-Bedingungen nicht zurück.Erlöse (Erlösminderung) an Verrechnungskonto
RückbuchungDer strittige Betrag wird abgezogen, ggf. zusammen mit einer Gebühr; gewinnst du, kommt der Betrag zurück.Forderungsverlust bzw. Aufwand an Verrechnungskonto
AuszahlungDas Guthaben sinkt um den Auszahlungsbetrag, der einige Tage später auf der Bank ankommt.Geldtransit an Verrechnungskonto, später Bank an Geldtransit

Welche Konten in deinem Kontenrahmen tatsächlich verwendet werden, legt deine Kanzlei fest. Das Verrechnungskonto sollte ausschließlich für Shopify Payments genutzt werden — dann zeigt sein Saldo jederzeit, was noch bei Shopify liegt.

Beispiel: eine Auszahlung, gebucht

Beispieldaten: Bestellung A über 119,00 € und Bestellung B über 59,50 €, beide zu 19 %. Angenommene Gebühren 2,00 € und 1,20 € (Beispielwerte, nicht der Shopify-Tarif). B wird voll erstattet. Shopify zahlt 115,80 € aus.

VorgangKonto (Soll)Gegenkonto (Haben)BetragBU
Bestellungen A und B (19 %)1590 (1370)8400 (4400)178,50 €—
Gebühren A und B (Beispielwerte)4970 (6855)1590 (1370)3,20 €*
Erstattung Bestellung B8400 (4400)1590 (1370)59,50 €—
Auszahlung an die Bank1360 (1460)1590 (1370)115,80 €—
Bankeingang der Auszahlung1200 (1800)1360 (1460)115,80 €—

Konten SKR03, SKR04 in Klammern. Die Erlöskonten sind in DATEV Automatikkonten, deshalb kein BU-Schlüssel. * Den Steuerschlüssel für die Gebühren legt deine Kanzlei fest (siehe oben: § 13b UStG oder steuerfrei).

Die Probe: Auf dem Verrechnungskonto stehen 178,50 € im Soll und 3,20 + 59,50 + 115,80 = 178,50 € im Haben. Der Saldo ist null, die Auszahlung ist genau der Rest. Auf dem Erlöskonto bleiben 119,00 € — die Gebühr der erstatteten Bestellung B bleibt trotzdem Aufwand, weil Shopify gezahlte Gebühren nicht zurückgibt.

Bestellungen gegen Auszahlungen abgleichen

Der häufigste Fehler im Shopify-Abschluss: Die Bestellübersicht des Monats wird mit den Auszahlungen des Monats verglichen. Das kann nicht aufgehen. Bestellungen mit PayPal, Kauf auf Rechnung oder anderen externen Zahlungsarten laufen nicht über Shopify Payments. Und eine Auszahlung Anfang des Monats enthält Zahlungen aus den letzten Tagen des Vormonats.

Gleiche deshalb in zwei Schritten ab. Erstens: Jede Auszahlung auf der Bank muss einer Auszahlung in Shopify entsprechen — Datum und Betrag findest du in den Auszahlungsdetails. Zweitens: Die Summe der Spalten „Amount“, „Fee“ und „Net“ im Export dieser Auszahlung muss die Buchungen auf dem Verrechnungskonto erklären. Was am Monatsende noch nicht ausgezahlt ist, bleibt als Saldo auf dem Verrechnungskonto stehen und muss zum offenen Guthaben in Shopify passen. Die Methode im Detail steht in Stripe-Auszahlungen abstimmen — sie funktioniert für Shopify Payments genauso.

Was deine Kanzlei braucht

Damit jede Buchung einen Beleg hat und die Auszahlungen nachvollziehbar sind (GoBD), gehören diese Unterlagen zu jedem Monat:

  • Auszahlungsexport je Auszahlung. Die CSV aus dem Shopify-Admin listet jede Transaktion mit Bruttobetrag, Gebühr und Nettobetrag — das ist die Brücke zwischen Bankeingang und Einzelbuchungen.
  • Ausgangsrechnungen. Beleg für Erlös und Steuersatz ist die Rechnung an den Kunden, nicht die Zahlung. Bei Erstattungen gehört die Rechnungskorrektur bzw. Gutschrift dazu.
  • Nachweis der Gebühren. Eine Aufstellung der einbehaltenen Gebühren je Zeitraum aus dem Shopify-Admin, damit der Aufwand belegt ist.
  • Shopify-Rechnungen für Abo und Apps. Die Plattformgebühren laufen getrennt von Shopify Payments und kommen als eigene Rechnung — sie gehören nicht in das Verrechnungskonto.
  • Bankauszug. Der Eingang jeder Auszahlung, damit der Geldtransit ausgeglichen werden kann.

Shopify und Exportly

Heute erzeugt der DATEV-Export von Exportly genau diese Buchungssätze für Stripe: Erlöse brutto, Gebühren als Aufwand, Erstattungen als Erlösminderung, Auszahlungen als Geldtransit — mit Saldo-Abstimmung und EXTF-Stapel für deine Kanzlei, 14 Tage oder 100 Transaktionen kostenlos. Shopify ist in Vorbereitung; ein Datum nennen wir erst, wenn wir es halten können. Trag dich auf die Warteliste ein, dann melden wir uns.

Häufige Fragen zu Shopify Payments

Darf ich die Shopify-Auszahlung einfach als Umsatz buchen?

Nein. Die Auszahlung ist ein Saldo aus Zahlungen, Gebühren, Erstattungen und Rückbuchungen. Wer sie als Erlös bucht, weist zu wenig Umsatz und Umsatzsteuer und keinen Gebührenaufwand aus. Gebucht wird jede Bewegung einzeln über ein Verrechnungskonto, die Auszahlung selbst ist nur Geldtransit.

Ist Shopify Payments dasselbe wie Stripe?

Nicht ganz. Vertragspartner ist laut Shopify-Nutzungsbedingungen Shopify International Limited in Irland; die eigentliche Abwicklung übernimmt ein Zahlungsabwickler. Für Deutschland nennt Shopify Stripe Payments Europe, PayPal (Europe) und Adyen. Für die Buchhaltung ist das Muster dasselbe wie bei Stripe: Guthaben, Gebühren, Auszahlung.

Wie behandle ich die Umsatzsteuer auf die Shopify-Payments-Gebühren?

Die Gebühren erbringt ein Unternehmen mit Sitz in Irland. Ob sie unter die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (§ 13b UStG) fallen oder als Umsatz im Zahlungsverkehr steuerfrei sind, hängt von der Einordnung der Leistung ab. Das legt deine Kanzlei fest — der Steuerschlüssel in DATEV folgt dieser Entscheidung.

Bekomme ich bei einer Erstattung die Gebühr zurück?

Laut den Shopify-Payments-Bedingungen werden gezahlte Gebühren nicht erstattet. Die Erstattung mindert also den Erlös in voller Höhe, die ursprüngliche Gebühr bleibt Aufwand.

Welches Konto nehme ich als Verrechnungskonto?

Ein eigenes Konto nur für Shopify Payments, etwa ein angelegtes Konto „Verrechnung Shopify Payments“ oder — wie im Stripe-Artikel — 1590 im SKR03 bzw. 1370 im SKR04. Wichtig ist, dass nicht mehrere Zahlungsanbieter darüber laufen; PayPal und Kauf auf Rechnung bekommen eigene Konten.

Kann Exportly Shopify schon nach DATEV exportieren?

Noch nicht. Shopify ist bei Exportly in Vorbereitung, ein Datum nennen wir erst, wenn wir es halten können. Heute exportiert Exportly Stripe nach DATEV. Auf der Integrationsseite kannst du dich für Shopify auf die Warteliste setzen.

Alle Beträge sind Beispieldaten; welche Konten und Steuerschlüssel für dich gelten, klärst du mit deiner Kanzlei. Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Stand: 08.11.2026.