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PayPal in DATEV buchen: Geldkonto, Gebühren, Abbuchungen

PayPal ist für die Buchhaltung ein eigenes Geldkonto. Zahlungen, Gebühren, Rückzahlungen und Einkäufe laufen über dieses Konto, Abbuchungen auf die Bank über den Geldtransit — und der Saldo muss am Monatsende zum PayPal-Kontoauszug passen.

Lesezeit etwa 6 Minuten · Stand: 08.11.2026

Kurz gesagt

Lege für PayPal ein eigenes Finanzkonto an und buche darüber jede Bewegung: Erlöse brutto, Gebühren als Nebenkosten des Geldverkehrs (4970 im SKR03, 6855 im SKR04), Rückzahlungen als Erlösminderung, Rückbuchungen als Forderungsverlust und Abbuchungen auf die Bank als Geldtransit (1360/1460). Die Umsätze kommen per DATEV Zahlungsdatenservice für PayPal oder als Bericht aus PayPal in die Buchhaltung. Entscheidend ist die Probe: Der Bestand des Kontos entspricht dem Guthaben laut PayPal.

PayPal als eigenes Geldkonto

Anders als bei Stripe oder Shopify Payments ist dein PayPal-Guthaben nicht nur eine Durchgangsstation bis zur nächsten Auszahlung. Du kannst Geld dort liegen lassen, davon Lieferanten bezahlen und selbst entscheiden, wann du es auf dein Bankkonto abbuchst. Buchhalterisch ist PayPal deshalb ein eigenes Geldkonto — genau wie ein zweites Bankkonto. Vertragspartner ist die PayPal (Europe) S.à r.l. et Cie, S.C.A. mit Sitz in Luxemburg.

In DATEV bekommt PayPal dafür ein eigenes Finanzkonto, typischerweise ein freies Konto im Bereich der Bankkonten neben 1200 (SKR03) bzw. 1800 (SKR04). Welche Nummer es wird, vereinbarst du mit deiner Kanzlei. Wichtig ist, dass alle PayPal-Bewegungen über dieses Konto laufen — auch Einkäufe, die du mit PayPal bezahlst. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Verrechnungskonto für Stripe, das der Artikel Stripe-Zahlungen in DATEV buchen erklärt.

Gebühren und Umsatzsteuer

PayPal zieht die Gebühr direkt beim Zahlungseingang ab. Dein Erlös bleibt trotzdem der volle Betrag der Rechnung; die Gebühr buchst du als eigenen Aufwand auf „Nebenkosten des Geldverkehrs“. Daneben gibt es laut PayPal-Gebührenübersicht weitere Gebühren, etwa bei Kartenrückbuchungen oder Konflikten. Die Standard-Abbuchung auf dein Bankkonto ist ohne Währungsumrechnung kostenlos.

Umsatzsteuerlich ist Vorsicht angebracht. PayPal weist auf den Gebühren keine Umsatzsteuer aus. Verbreitet werden sie als steuerfreie Umsätze im Zahlungs- und Überweisungsverkehr eingeordnet (§ 4 Nr. 8 Buchst. d UStG). Dann gibt es keine Vorsteuer, und weil die Leistung steuerfrei ist, entsteht auch über die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (§ 13b UStG) keine Steuer. Ganz geklärt ist die Frage aber nicht: Nach der Rechtsprechung (EuGH, Rs. C-5/17; BFH, V R 4/19) ist nur befreit, was die wesentlichen Funktionen einer Zahlung erfüllt, und manche Kanzleien wenden auch bei PayPal § 13b an. Bei Stripe ist dagegen § 13b die verbreitete Praxis — siehe Stripe-Gebühren buchen. Lass dir die Einordnung je Anbieter von deiner Kanzlei festlegen — sie bestimmt den Steuerschlüssel in DATEV.

Die Bewegungen und ihre Konten

Jede Zeile im PayPal-Kontoauszug gehört zu einer dieser Bewegungen. Kontenbeispiele wie im Stripe-Artikel: Erlöse 8400/4400, Gebühren 4970/6855, Forderungsverluste 2406/6936, Geldtransit 1360/1460 (SKR03/SKR04).

BewegungWirkung auf das GuthabenBuchung
ZahlungDas PayPal-Guthaben steigt um den Bruttobetrag der Kundenzahlung.PayPal-Konto an Erlöse, brutto mit dem Steuersatz der Rechnung
GebührWird bei Zahlungseingang direkt einbehalten.Nebenkosten des Geldverkehrs an PayPal-Konto
RückzahlungDer Kunde erhält den vollen Betrag zurück; PayPal behält laut Gebührenübersicht die Festgebühr.Erlöse (Erlösminderung) an PayPal-Konto; zurückgegebener Gebührenanteil gegen den Gebührenaufwand
RückbuchungDer Betrag wird nach einer Kartenrückbuchung oder einem verlorenen Konflikt abgezogen, ggf. mit Gebühr.Forderungsverlust an PayPal-Konto, Gebühr als Aufwand
AbbuchungGeld geht vom PayPal-Guthaben auf dein Bankkonto und kommt dort später an.Geldtransit an PayPal-Konto, später Bank an Geldtransit
EinkaufBezahlst du selbst mit PayPal, sinkt das Guthaben.Aufwand bzw. Wareneingang (mit Vorsteuer laut Rechnung) an PayPal-Konto

Beispiel: ein Monat PayPal

Beispieldaten: Zahlung A über 119,00 € und B über 238,00 €, beide zu 19 %. Angenommene Gebühren 3,50 € und 6,80 € (Beispielwerte, nicht der PayPal-Tarif). A wird voll zurückgezahlt, PayPal verrechnet dabei 3,00 € der Gebühr zurück und behält den Festanteil. Du buchst 200,00 € auf dein Bankkonto ab.

VorgangKonto (Soll)Gegenkonto (Haben)BetragBU
Zahlungen A und B (19 %)PayPal8400 (4400)357,00 €—
Gebühren A und B (Beispielwerte)4970 (6855)PayPal10,30 €*
Rückzahlung Zahlung A8400 (4400)PayPal119,00 €—
Zurückgegebener Gebührenanteil APayPal4970 (6855)3,00 €*
Abbuchung auf das Bankkonto1360 (1460)PayPal200,00 €—
Bankeingang der Abbuchung1200 (1800)1360 (1460)200,00 €—

Konten SKR03, SKR04 in Klammern; „PayPal“ steht für das Finanzkonto, das deine Kanzlei festlegt. Die Erlöskonten sind in DATEV Automatikkonten, deshalb kein BU-Schlüssel. * Kein Vorsteuerabzug; den Schlüssel legt deine Kanzlei fest.

Die Probe: Auf das PayPal-Konto gehen 119,00 + 238,00 + 3,00 = 360,00 € zu und 3,50 + 6,80 + 119,00 + 200,00 = 329,30 € ab. Der Bestand von 30,70 € muss dem Guthaben laut PayPal-Kontoauszug am Monatsende entsprechen. Anders als beim Stripe-Verrechnungskonto muss er nicht null sein — PayPal ist ein echtes Guthaben. Auf dem Erlöskonto bleiben 238,00 €, als Gebührenaufwand 7,30 €.

Umsätze nach DATEV bringen

Für den Weg der Daten gibt es zwei verbreitete Varianten. Erstens den DATEV Zahlungsdatenservice für PayPal: Das PayPal-Konto wird im Rechnungswesen ähnlich einem Bankkonto angelegt, die Transaktionen stehen täglich in der DATEV-Cloud und werden wie beim elektronischen Bankbuchen verarbeitet. Das richtet in der Regel deine Kanzlei ein.

Zweitens den Bericht aus PayPal selbst: Unter „Aktivitäten“ lassen sich Transaktionen als CSV herunterladen, außerdem gibt es monatliche Kontoauszüge. Die CSV enthält je Transaktion Brutto, Gebühr und Netto — daraus lassen sich die Buchungssätze oben ableiten. Achte darauf, dass jeder Monat lückenlos exportiert wird und noch ausstehende Transaktionen nicht doppelt auftauchen. Wie du den Saldo eines Zahlungsanbieters nachweist, zeigt Stripe-Auszahlungen abstimmen.

Belege und typische Fehler

Der PayPal-Kontoauszug belegt die Geldbewegung, ersetzt aber keine Rechnung: Für Erlöse braucht deine Kanzlei die Ausgangsrechnung, für Einkäufe die Lieferantenrechnung. Diese Fehler sehen wir am häufigsten:

  • Nur die Abbuchungen auf der Bank buchen. Dann fehlen Erlöse, Gebühren, Rückzahlungen und alle Einkäufe, die direkt vom PayPal-Guthaben bezahlt wurden. Das PayPal-Konto gehört vollständig in die Buchhaltung.
  • Erlöse netto nach Gebühr buchen. Das Saldierungsverbot (§ 246 Abs. 2 HGB) verlangt den Erlös in voller Höhe und die Gebühr als eigenen Aufwand.
  • Vorsteuer aus PayPal-Gebühren ziehen. PayPal weist auf den Gebühren keine Umsatzsteuer aus. Ein Steuerschlüssel mit Vorsteuer wäre hier falsch.
  • Den Saldo nie abstimmen. Der Bestand des PayPal-Kontos in der Buchhaltung muss am Monatsende zum Guthaben laut PayPal-Kontoauszug passen. Jede Differenz zeigt eine fehlende oder doppelte Buchung.
  • Fremdwährungen ignorieren. Hältst du Guthaben in anderen Währungen, entstehen bei Umrechnungen eigene Bewegungen und Kursdifferenzen. Kläre mit deiner Kanzlei, ob dafür ein eigenes Konto je Währung nötig ist.

PayPal und Exportly

Heute erzeugt der DATEV-Export von Exportly diese Art von Buchungssätzen für Stripe: Erlöse brutto, Gebühren als Aufwand, Erstattungen als Erlösminderung, Auszahlungen als Geldtransit — mit Saldo-Abstimmung und EXTF-Stapel für deine Kanzlei, 14 Tage oder 100 Transaktionen kostenlos. PayPal ist in Vorbereitung; ein Datum nennen wir erst, wenn wir es halten können. Trag dich auf die Warteliste ein, dann melden wir uns.

Häufige Fragen zu PayPal in DATEV

Muss PayPal ein eigenes Konto in DATEV bekommen?

Ja, das ist die übliche und sauberste Lösung. Das PayPal-Guthaben wird wie ein Bankkonto als eigenes Finanzkonto geführt, über das alle Zahlungen, Gebühren, Rückzahlungen, Einkäufe und Abbuchungen laufen. DATEV legt das PayPal-Konto beim Zahlungsdatenservice ebenfalls ähnlich einem Bankkonto an. Die Kontonummer vergibt deine Kanzlei.

Wie buche ich PayPal-Gebühren umsatzsteuerlich?

PayPal (Europe) S.à r.l. et Cie, S.C.A. sitzt in Luxemburg und weist auf den Gebühren keine Umsatzsteuer aus. Verbreitet werden die Gebühren als steuerfreie Umsätze im Zahlungs- und Überweisungsverkehr nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG eingeordnet. Dann gibt es keine Vorsteuer, und auch über § 13b UStG entsteht keine Steuer. Abschließend geklärt ist das nicht; manche Kanzleien wenden auch hier § 13b an. Die verbindliche Einordnung trifft deine Kanzlei.

Bekomme ich bei einer Rückzahlung die PayPal-Gebühr zurück?

Teilweise. Laut der PayPal-Gebührenübersicht für Deutschland behält PayPal bei einer Rückzahlung die Festgebühr der ursprünglichen Zahlung. Der Rest der Gebühr wird verrechnet — du buchst ihn gegen den Gebührenaufwand zurück, die Festgebühr bleibt Aufwand.

Wie buche ich eine Abbuchung von PayPal auf mein Bankkonto?

Als Geldtransit: PayPal-Konto an Geldtransit (1360 im SKR03, 1460 im SKR04), wenn das Geld PayPal verlässt, und Bank an Geldtransit, wenn es auf dem Bankkonto ankommt. Die Abbuchung ist weder Erlös noch Aufwand.

Reicht der PayPal-Kontoauszug als Beleg?

Für die Bewegungen auf dem PayPal-Konto ja, so wie ein Bankauszug. Für Erlös und Steuersatz brauchst du aber zusätzlich deine Ausgangsrechnung, für Einkäufe die Rechnung des Lieferanten. Die PayPal-Transaktion zeigt nur, dass Geld geflossen ist.

Kann Exportly PayPal schon nach DATEV exportieren?

Noch nicht. PayPal ist bei Exportly in Vorbereitung, ein Datum nennen wir erst, wenn wir es halten können. Heute exportiert Exportly Stripe nach DATEV. Auf der Integrationsseite kannst du dich für PayPal auf die Warteliste setzen.

Alle Beträge sind Beispieldaten; welche Konten und Steuerschlüssel für dich gelten, klärst du mit deiner Kanzlei. Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Stand: 08.11.2026.